Call for Papers: AG Morphologische Variation – Theorie und Empirie (39. Jahrestagung der DGfS in Saarbrücken)

Liebe Kolleginnen und Kollegen von der IGDD,

Nachfolgend der letzte Post noch einmal im (von Word-Steuerbefehlen bereinigten Format.

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Morphologische Variation – Theorie und Empirie

Antje Dammel (Universität Freiburg i. Br.), Oliver Schallert (Universität München)

Während die theoretisch informierte Modellierung und Erklärung syntaktischer Variation in den letzten Jahrzehnten einen regelrechten Boom erlebt hat, fristen vergleichbare Ansätze zur morphologischen Variation in Raum und Zeit immer noch eine Art Mauerblümchendasein. Dies überrascht umso mehr, als die Morphologie eine Anzahl komplexer Probleme bereithält, an der sich eine (integrative) Grammatiktheorie beweisen kann und muss.

Wir sind an Ansätzen interessiert, die morphologische Variation im Lichte moderner morphologischer (bzw. morphosyntaktischer) und/oder neuro- und psycholinguistisch geerdeter Theorien deuten und erklären (vgl. etwa Corbett 2007; Booij 2010; Brown & Hippisley 2012; Embick 2015; Stump 2015). Dabei sind Beiträge aus allen sprachwissenschaftlichen Bereichen willkommen, die sich aus einer theorieinformierten Perspektive beliebiger Richtung, aber mit ausreichender empirischer Bodenhaftung, mit einem der folgenden Themenkomplexe auseinandersetzen:

  • Arealstrukturen als Evidenz für Grammatikalisierungsprozesse (wie z.B. Perfektexpansion, Definitheitsmarkierung) oder für systematische Lücken und implikative Hierarchie
  • Schnittstellen-bedingte Variation (Morphologie-Syntax, Morphologie-Phonologie): z.B. Kongruenz bei hybrid nouns; der Zusammenhang zwischen Kasusmarkierung und relativer Wortstellungsfreiheit (Scrambling); Fugenelemente und Phänomene an Morphemgrenzen
  • Das Spannungsfeld von Über- und Unterdifferenzierung: Allomorphie und Synkretismus und ihre sprecher- bzw. hörerseitige Bedingtheit; morphologische Komplexität
  • Psycholinguistische bzw. neurokognitive Perspektive: z.B. Erwerb und Online-Verarbeitung von kanonischen bzw. nichtkanonischen Flexionsmustern in Nichtstandardvarietäten

Wir laden dazu ein, Abstracts für 20-minütige Vorträge (plus 10 Minuten Diskussion) auf Englisch oder Deutsch einzureichen. Dabei möchten wir auch ReferentInnen, die sich mit weniger gut erforschten und/oder nicht (indo-)europäischen Varietäten beschäftigen, anregen, Beiträge einzureichen.

Einreichungen müssen den folgenden Vorgaben entsprechen; sie müssen…

Deadline für die Einreichung von Abstracts ist der 15.08.2016. Eine Rückmeldung über die Annahme/Ablehnung des Abstracts erfolgt am 05.09.2016.

Weitere Informationen unter morphologicalvariation@gmail.com.

Literatur

  • Booji, Geert (2010): Construction Morphology. Oxford: Oxford University Press.
  • Brown, Dunstan und Andrew Hippisley (2012): Network Morphology: A Defaults-Based Theory of Word Structure. Cambridge: Cambridge University Press.
  • Corbett, Greville (2007): Canonical Typology, Suppletion, and Possible Words. Language 83(1): 8–42.
  • Embick, David (2015): The Morpheme. A Theoretical Introduction. Berlin, New York: De Gruyter.
  • Stump, Gregory (2015): Inflectional Paradigms. Content and Form at the Syntax-Morphology Interface. Cambridge: Cambridge University Press.

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