Neuerscheinung „Sprache, Literatur, Raum“

Liebe Mitglieder der IGDD,

Anfang Februar wurde Willy Diercks an der Universität Flensburg eine Festschrift mit zahlreichen Beiträgen zur niederdeutschen, friesischen und dänischen sowie hochdeutschen Sprache und Literatur überreicht, die vielfach varietätenlinguistische Zugriffe auf die genannten Themen bietet – daher sei ein kleiner Hinweis auf den Band erlaubt: Im Folgenden werden einige Informationen über seinen Inhalt zusammengestellt,

herzliche Grüße aus Flensburg sendet

Robert Langhanke

Sprache, Literatur, Raum. Festgabe für Willy Diercks. Hrsg. v. R. Langhanke. Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2015. Paperback. 21 x15 cm. 748 Seiten. 17 Abbildungen. 29,00 € Ladenpreis. ISBN 978-3-89534-867-9.

 Die 31 dem Flensburger Germanisten Willy Diercks gewidmeten Aufsätze setzen sich mit sprachlichen Existenzformen in regionalen Bezügen auseinander. Engere Disziplinengrenzen werden überschritten und sowohl sprach- als auch literaturwissenschaftliche Beiträge zu neueren und älteren Ausprägungen des Hoch- und Niederdeutschen, des Friesischen und der skandinavischen Sprachen geboten. Die Kategorie Raum als Ausgangspunkt einer Beschäftigung mit Sprache und Literatur wird vielfältig zur Anwendung gebracht. Einen Schwerpunkt bilden Fragen zur niederdeutschen Sprache und Literatur.

 Vorwort – 9 / I. Sprachen und Literaturen in Räumen / Sprachräume und Literaturregionen / Helga Bleckwenn: Schleswig-Holstein in Jütland. Vorüberlegungen zu einer neuen Literaturgeschichte – 25 / Matthias Bauer: Keineswegs sommers wie winters. Literarische Stimmungsbilder von der Flensburger Förde bei Storm und Fontane, Nolde und Ball-Hennings, Averdieck und Kempowski, Lenz und Christophersen – 37 / Günter Helmes: Jenseits Diesseits: Abseits? Grenz-Erfahrungen in Jan Christophersens Provinzroman Schneetage (2009) – 75 / Günter Rinke: Vom Fischmarkt zum Dovenfleet. Ein (fast) vergessenes Hörspiel von Heinrich Deiters – 99 / Elin Fredsted: Die Tugend sitzt in der Mitte … Sagte-Sprichwörter ohne Grenzen – 111 / Kurt Braunmüller: Zur Entstehung neuer Regionalsprachen aus kollektiver Zweisprachigkeit – 129 / Denkräume und Spracheinstellungen / Christoph Purschke: Das Holz, die Axt, der Hieb. Über den Zusammenhang von Einstellung und Handeln am Beispiel des Handlungsschemas ‘Holz hacken’ – 145 / Saskia Schröder: Mental maps als Zugang zu sprachlichem Wissen – 163/ Carolin Jürgens: Hamburgisch, Missingsch, Barmbek Basch. Die Wahrnehmung eines regionalen Substandards durch linguistische Laien in Hamburg – 182/ Andreas Bieberstedt: In meinem Elternhaus wurde nur Plattdeutsch gesprochen. Sprachbiographische Konzeptionen Hamburger Dialektsprecher zum frühen Spracherwerb – 205 / Friesische Sprache und Literatur / Thomas Steensen: Niederdeutsche Nordfriesen? – 241 / Jarich Hoekstra: Altfriesisch allerwitweikes ‘an allen Seiten’ und ähnliche reduplizierende Infixbildungen im Nordfriesischen und im Niederdeutschen – 251 / Wendy Vanselow: Die nordfriesische Komödie – 265 / Alastair Walker: Lehrerbildung für Regional- und Minderheitensprachen. Versuch eines Modells – 281 / II. Niederdeutsche Sprache und Literatur / Niederdeutsche Mündlichkeit / Michael Elmentaler: Dialektaler Wandel in Schleswig-Holstein. Die wechselvolle Geschichte von et und dat – 301 / Jürgen Ruge: Dialektveränderung in drei Generationen. Untersuchungen auf lexikalischer und phonetisch-phonologischer Ebene – 353 / Harald Wolbersen: Niederdeutsch und Sønderjysk in Angeln. Ein historischer Abriss zum spannungsreichen Verhältnis zweier Sprachen – 375 / Gertrud Reershemius: Ein Tag mit Plattdeutsch. Mehrsprachige Praktiken zwischen Tradition und Globalisierung – 393 / Jan Wirrer: „Wi güng’n nich to Kark“. Walcott, IA 52773, Davenport, IA 52801, Bredenbek, D-24796 – 411 / Niederdeutsche Schriftlichkeit / Dieter Andresen: Niederdeutsch im Jahrhundert der Reformation – 435 / Robert Langhanke: Zur literarischen Wiedersichtbarmachung des Niederdeutschen im 19. Jahrhundert. Konzepte und Konflikte der niederdeutschen Reliterarisierung – 479 / Silke Göttsch-Elten: „… die möglichste Reinheit und Sauberkeit des plattdeutschen Stils …“. Auf der Suche nach dem authentischen Volksleben um 1900 – 537 / Oliver Eumann: Vun Kliwen, Netteln un Waukerblaumen. Zur Bildhaftigkeit in Fritz Reuters Ut mine Stromtid – 549 / Temmo Bosse: Der neuniederdeutsche Reynke – 565 / Helga Andresen: „Aus meinem Gesellenleben“. Dat hochdüütsche Tagebuch vun een Plattdüütschsnacker – 603 / Reinhard Goltz: Seggt de een to den annern … Wat en Dialog mit den Text maakt. En Lex ut de Schrievwarksteed – 611 / Friedhelm Debus: Briefe einst und jetzt. Klaus Groth als Beispiel – 625 / Hans-Diether Grohmann: Schleswig-holsteinische Dichterhäuser. Überlegungen zum Klaus-Groth-Museum Heide in der Literaturmuseums­land­schaft des nörd­lichsten deut­schen Bundeslandes anlässlich seines 100-jährigen Bestehens – 639 / Franz Januschek: Platt-Lust und Lust-Platt – 649 / Niederdeutsch und Politik / Peter Bürger: „… wonach die Mundart grundsätzlich auszumerzen war“. Eine Problemanzeige zu Forschungen über ,Niederdeutsch im Nationalsozialismusʻ – 657 / Ulf-Thomas Lesle: Identitätsprojekt Niederdeutsch. Die Definition von Sprache als Politikum – 693 / Autorinnen und Autoren – 743.

 

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