Publikation ReN 1.0

Publikation der finalen Korpusversion des Referenzkorpus Mittelniederdeutsch / Niederrheinisch (1200–1650)  Liebe Kolleg*innen,  vor kurzem ist die finale Korpusversion des Referenzkorpus Mittelniederdeutsch / Niederrheinisch, ReN 1.0 (2019-08-14), erschienen. Das Referenzkorpus ermöglicht einen strukturierten Einblick in die Sprach- und Textkultur des niederdeutschen und niederrheinischen Raums in der Zeit von 1200 bis 1650 und zeichnet die historische Sprachentwicklung … Weiterlesen…

Neuerscheinung: Sprache und Raum – Ein Internationales Handbuch der Sprachvariation. Volume 4 – Deutsch

Liebe Kolleg*innen, wir möchten Sie auf die Neuerscheinung „Sprache und Raum – Ein Internationales Handbuch der Sprachvariation. Volume 4 – Deutsch“ in der Reihe Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft / Handbooks of Linguistics and Communication Science (HSK 30/4) hinweisen: https://www.degruyter.com/view/product/19213 Der Band zeigt die areale Sprachvariation im Deutschen in neuer Sicht. Das gesamte regionalsprachliche Spektrum … Weiterlesen…

Neuerscheinung: Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen? Dialektgeographische und wahrnehmungsdialektologische Perspektiven im deutschsprachigen Raum (Linguistik – Impulse & Tendenzen, Band 83)

  Liebe Kolleginnen und Kollegen,  wir möchten euch/Sie auf die Neuerscheinung „Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen“ hinweisen, die das Thema „Grenze“ sowohl aus einer dialektgeographischen als auch aus einer wahrnehmungsdialektologischen Perspektive beleuchtet. Herzliche Grüße aus Siegen, Kiel und Münster Nicole Palliwoda Verena Sauer Stephanie Sauermilch — Palliwoda, Nicole/Sauer, Verena/Sauermilch, Stephanie, Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen? Dialektgeographische … Weiterlesen…

Neue Publikation zur Marktsprache der Pferde- und Viehhändler in Norddeutschland

Klaus Siewert „Hebräisch“ Die Marktsprache der Pferde- und Viehhändler in Norddeutschland Wörterbuch. Analysen. Dokumente Geheimsprachen Verlag, 218 S., 26 €. ISBN: 978-3-947218-01-1   Das Buch nimmt den Leser mit in die geheime Sprachwelt der Pferde- und Viehhändler. Es beruht auf Befragungen von Gewährsleuten dieser Sondersprache, der Auswertung historischer Quellen und zeitgenössischer Zuschriften nach Suchrufen in … Weiterlesen…

Neuerscheinungen aus der IGDD

Liebe Kolleg.innen und Freund.innen, heute darf ich Euch und Sie auf zwei Neuerscheinungen aus der Gesellschaft hinweisen, die in den letzten Tagen erschienen sind und die vielfältigen Aktivitäten der Gesellschaft dokumentieren. Es handelt sich zum Einen um den Hauptband zur letzten Tagung in Luxemburg (2015), zum Anderen um einen leicht verspäteten Sammelband zur Tagung des … Weiterlesen…

Dissertation online: „Pronominale Partitivität: Arealität und Mikrovariation einer morphosyntaktischen Variable in den Varietäten des Deutschen“

Diese Untersuchung beschäftigt sich mit der Morphosyntax pronominaler Partitivanaphern im kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuum im Allgemeinen und im deutschen (insbesondere hessischen) Sprachraum im Speziellen. Schwerpunkte sind dabei die sprachgeografische Verteilung, die morphosyntaktische Variation und die strukturelle Analyse pronominaler Ausdrucksmittel der unbestimmten Teilmenge. Es werden traditionell dialektologische Erkenntnisinteressen (Raumstruktur syntaktischer Variablen und Verlauf syntaktischer Isoglossen) mit Fragestellungen der (theoretisch orientierten) Syntaxforschung verbunden. Außerdem erfolgt erstmals eine wirklich sprachübergreifende Behandlung der verschiedenen Systeme pronominaler Partitivität, zum einen innerhalb der (West-)Germania, zum anderen durch den Einbezug (zentral-)romanischer Sprachen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf der Mikro- und Mesoebene herauszuarbeiten. Die gewählte Methode ist nicht nur kontrastiv, sondern auch geolinguistisch fundiert, insofern als morphologische Formen und syntaktische Variation im Raum abgebildet werden, wodurch nicht zuletzt auch interessante Korrelationen und Anti-Korrelationen in den Daten bestätigt bzw. entdeckt werden konnten.

Nach einer Gegenstandsbestimmung der morphosyntaktischen Variable und ihrer Varianten (Inventarisierung und Typisierung) sowie des Variationsrahmens (areal-horizontal, vertikal, morphosyntaktisch, historisch, idiolektal etc.) wird zunächst das DFG-Projekt „Syntax hessischer Dialekte“ (SyHD) vorgestellt, das die empirische Basis zur Untersuchung lieferte. Dabei werden generelle und spezifische Fragen der Datengewinnung (multivariate Methode mit indirekten und direkten Elementen) sowie der Datenanalyse und -interpretation (Instrument der Kartierung) diskutiert. Den Hauptteil der Arbeit bildet die diatopische, diachrone und distributionell-syntaktische Variation der Systeme pronominaler Partitivität. Als die vier Hauptstrategien zum Ausdruck partitiv-anaphorischer Referenz innerhalb des deutschsprachigen Gebiets finden sich das konservative System versteinerter Pronominalgenitive wie „(d)(e)r(e)“, „s(e)n“ und „es“ (vor allem in einem mitteldeutschen Streifen und randdialektal) – Relikte eines ehemals umfassenderen genitivbasierten Systems der Partitivität -, das sprachgeschichtlich junge und typologisch auffällige indefinit-partitive Pronomen „welch-„/“we(l)k-“ (im Nieder-/Norddeutschen und in der Standardsprache) sowie schließlich die innovativen Systeme der Null-Anapher (im Alemannischen bzw. Südwesten) und des generalisierten Indefinitpronomens „ein-“ (im Bairischen bzw. Südosten). Wenngleich sich diese areale Distribution im zentral gelegenen und daher unter dem Einfluss nahezu aller Strategien stehenden Hessen als Kleinraum bestätigt – mit Ausnahme der weitgehenden Abwesenheit des „ein“-Systems -, so zeigen sich doch einige überraschende Ergebnisse wie beispielsweise ein kategorialer Unterschied nach Numerus und zum Teil Genus bei der Vitalität der Genitivpartikeln. Sprachhistorisch können zwei Arten von Wandel beim Genitiv-System identifiziert werden: systeminterne Veränderungen (durch Merkmals- oder Formverlust) und systemexterne Verdrängungsprozesse (durch Ausbreitung der innovativen Ausdrucksformen, was in einem Dialekt bzw. intraindividuell zu konkurrierenden oder Mischsystemen führen kann). Darüber hinaus sind mit Blick auf die Art und Weise der Veränderungen für Sprachwandelprozesse allgemein typische zyklische Abfolgen von Abschwächung und Verstärkung erkennbar. In Bezug auf die syntaktische Distribution werden insbesondere die Genitivanaphern auf ihre Kompatibilität mit nominalen Modifikatoren wie Numeralien/(schwachen) Quantoren, „flektierten“ Zahlwörtern (Schwa), Adjektiven, verschiedenen Arten von Präpositionalphrasen sowie Relativ- vs. Komplementsätzen hin untersucht und – funktional wie formal – mit ihrem niederländischen partitiven/quantitativen Äquivalent „er“ sowie den romanischen, in ein partitives System integrierten Pronomina fr. „en“/it. „ne“ verglichen. Für die deutschen Partitivanaphern ergibt sich daraus Evidenz für zwei unterschiedliche Pronominalisierungsebenen. Abschließend wird das Phänomen in die allgemeine Diskussion um nominale Ellipsen eingebettet (Elision und Pronominalisierung). Aufgrund der Evaluation der in der Literatur diskutierten Lizenzierungsansätze anhand neuer dialektaler und typologischer Daten wird hier ein flexions-/kongruenzbasierter Ansatz favorisiert (Rolle von Adjektivmorphologie bzw. generell von unterschiedlichen Flexionssystemen, etwa im Deutschen vs. Englischen).